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Ein Blick in Himmelsthür's Geschichte.

 

Ein Dorf im Herzen Deutschlands.

1022 Schon vor fast 1000 Jahren waren in dem Gebiet des heutigen Ortsteiles Himmelsthür mehrere Hofstellen bekannt, die im Eigentum des Hildesheimer Bischofs Bernward standen. Nachdem dieser im Jahre 1022 mehrere Hofstellen dem Hildesheimer Michaeliskloster verschenkt hatte, errichtete das Kloster hier in Hemethesdoron schon bald einen eigenen Wirtschaftshof (Klosterhof) sowie eine Kapelle. Bis zum Jahre 1100 etwa erwarben daneben auch andere Hildesheimer Klöster, Stifte und Kirchen einige Besitzungen in Himdisdore und bauten diese Hofstellen aus. Die einzelnen Hofstellen waren nur durch eine Fahrstraße untereinander und mit dem Klosterhof verbunden.
 
1100 Um 1100 entwickelte sich Himdesduri weiter: neue Hofstellen wurden errichtet und neue Ackerflächen wurden nutzbar gemacht. Das Mauritius-Kloster (Moritzberg) entstand, am Osthang des Osterberges wurde Ackerland gewonnen und südlich des Dorfes wurde eine umfangreiche Waldfläche durch Rodung (heute Rottsberg) in Ackerfläche verwandelt.
 
1282 Im Jahre 1282 wurde die Ortschaft das erstemal von bischofsfeindlichen Rittern fast völlig zerstört. Diese verwaisten Hofstellen wurden wiedererrichtet und neue dazu aufgebaut, die aber dann im Jahre 1485 von den "Steuerwaldischen" wieder niedergebrannt worden sind.
 
1632 Das Jahr 1632 brachte für das aufstrebende Dorf einen neuen schweren Schicksalsschlag, als im Verlaufe des Dreißigjährigen Krieges wiederholt Kämpfe um die Bischofsburg Steuerwald entbrannt waren. Truppen des Generals Pappenheim errichteten am Osterberge ein Heerlager quartierten sich aber auch im Dorfe ein und gingen mit den Bewohnern nicht gerade sanft um. Etwa die Hälfte aller Hofstellen wurden bei diesen Auseinandersetzungen zerstört. Schon bald nach dem Jahre 1632 und dann vor allem nach Beendigung des Dreißigjährigen Krieges waren Kloster und Kirchen und auch manche Besitzerfamilie bemüht, zerstörte Hofstellen wieder aufzubauen oder auch neue Stellen zu errichten. Um das Jahr 1650 waren bereits mehr als 10 Hofstellen, die nach 1632 "wüst" gelegen hatten, neu aufgebaut. Die Aufbau-Entwicklung unseres Dorfes fand in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts eine deutlich erkennbare Fortsetzung. Hierbei wirkte sich entscheidend die Tatsache aus, dass die Martini-Kapelle, die bis dahin eine Filialkapelle der Kirche St. Margarethen auf dem Moritzberg war, im März 1661 zu einer selbständigen Pfarrkirche erhoben wurde. Seit diesem Zeitpunkt wurde auch der Ortsname des Dorfes, der vorher in den verschiedensten Formen bestand, endgültig als Himmelsthür festgelegt.
 
1720 Um das Jahr 1720 konnten dann im Dorfe annähernd 40 wirtschaftlich genutzte Hofstellen gezählt werden. Das bedeutendste Ereignis in dieser Entwicklung war die im Jahre 1747 erfolgte Errichtung einer neuen Pfarrkirche, die vor allem der tatkräftigen kräftigen Unterstützung durch den Abt Ludwig Hatteisen vom Hildesheimer Michaeliskloster zu verdanken ist. Diese neue Pfarr- und Dorfkirche wurde nun immer mehr zum Mittelpunkt des Dorfes. Im Südteil des Dorfes wurde um diese Zeit der sog. Kokensche Hof auf- und ausgebaut, der die Grundlage des späteren Rittergutes, des heutigen Frauenheimes bildete.

Bald nach 1800 begann eine neue Entwicklung dadurch, dass allmählich auch selbständige Gewerbetreibende sich in Himmelsthür niederließen (Schäfer, Bäcker, Schmied, usw.}. Ein Blick in die alten Familienregister um die Zeit nach den Befreiungskriegen (1813-1815) ist sicher interessant. Viele der heute noch vertretenen Familiennamen waren auch damals schon verzeichnet. 1855 wurden alle 67 Wohngrundstücke von Süden her mit einer Hausnummer versehen.
 

1889
Im Jahre 1889 überließ die Familie von Anderten ihr Rittergut an das "Asyl Frauenheim", das 5 Jahre vorher Pastor Bernhard Isermeyer in Achtum gegründet hatte und das nun nach Himmelsthür verlegt wurde. Durch den Ausbau der Anstalten erfuhr auch die innere Struktur des Dorfes manche Änderung. Die inzwischen ansässig gewordenen Handwerker und Gewerbetreibenden wurden mehr und mehr beansprucht und somit zogen immer mehr Familien zu. Die Einwohnerzahl stieg um 1900 auf etwa 1500 an und 10 Jahre später auf mehr als 1700.
 
1914 Der 1. Weltkrieg schlug auch in die Gemeinde Himmelsthür tiefe Wunden, 51 Gefallene sind zu beklagen; an sie erinnert das später auf der Fuchslade errichtete Ehrenmal. Der dann folgende Aufbau (bis in die 30er Jahre) brachte eine wesentliche Vergrößerung des alten Gemeindegebietes. Schon im Jahre 1939 umfaßte die Gemeinde Himmelsthür 2239 Einwohner.
 
1945
Der 2. Weltkrieg brachte aber auch für Himmelsthür schwere Schicksalsschläge. Am 14./15.März und am 22. März 1945 wurden fast 70% der Gemeinde Himmelsthür durch Bombenabwürfe zerstört. 118 von 224 Gebäuden wurden völlig bzw. schwer, 98 Hauser leicht zerstört und nur 8 blieben unbeschädigt!

Mit den Aufräumungsarbeiten begann dann der Wiederaufbau der Gemeinde Himmelsthür. (Das Klassenzimmer in meinen ersten Schuljahren war ein umgebauter Kuhstall! - herberT) Gleichzeitig bedeutete dieser Wiederaufbau ein Beginn zu einer neuen Entwicklung Himmelsthürs. In den nächsten 20 Jahren, wo die Einwohnerzahl von 2300 bis auf 6000 angestiegen ist, wurden Straßen neu ausgebaut, Wohngebiete erschlossen, ein Kindergarten errichtet, Schulen gebaut, Industriebetriebe angesiedelt, Altenwohnheime gebaut, usw.

Abschließend muss man feststellen, dass es nur dem aktiven "Mithelfen" der Bürgerschaft und dem Weitblick von Gemeinderat und Gemeindeverwaltung zu verdanken ist, dass aus dem kleinen Dorf eine moderne Vorstadtgemeinde (ca. 7000 Einw.) mit großem Wohnwert geworden ist.

Quelle: Ortschronik Himmelsthür
 

2002
Himmelsthür hat nun auch eine eigene Web Seite.

Seit über 30 Jahren ist Himmelsthür weltberühmt durch das Himmlische Postamt wo jedes Jahr zu Weihnachten ca. 50.000 Briefe an den Weihnachtsmann beantwortet werden.